Skip to content

„Netzethik“ beim taz.lab Medienkongress

9. April 2011

„Die Revolution haben wir uns anders vorgestellt“ das ist das Motto des vom taz.lab medien und Freitag veranstalteten Medienkongresses in Berlin.

Eine der Veranstaltungen (dankenswerter Weise auch als Live-Stream) vom heutigen Samstag hatte den schönen Titel „Shitstorm-Surfer, Trolle und andere Nervensägen“ und stellte die Frage „Brauchen wir eine neue Ethik für das Netz?“.

Am Podium waren:

Im Vorfeld dazu ist beim Freitag ein Beitrag von Teresa Bücker erschienen: „Diese Suche ergibt keinen Treffer“ (mit netter Referenz an die IT-Crowd). Die Autorin spricht sich gegen die Forderung nach einer eigenen Netzethik aus:

Eine Ethik für das Internet zu fordern klingt, als handele es sich bei der digitalen Welt um ein fremdes Gesellschaftssystem, als beträten Nutzerinnen und Nutzer eine gänzlich frische Spielwiese auf der die Regeln zunächst ausgefochten werden müssten, als verlören Menschen mit der Öffnung eines Browsers ihr Wertesystem, und müssten in ihrem Onlineleben ein neues erwerben. Diese Forderung klingt, als sei das Leben, das im Netz stattfindet, nicht echt und vom Handeln im Offline entkoppelt.

Es gibt eben nicht „das Internet“ sondern eine Vielzahl von unterschiedlichen „communities“. Diese sind von außen oft schwer zu verstehen und dies führt zu Fehlinterpretationen und stark selektiven Wahrnehmungen.

Daher kann es auch keine einheitliche nationale oder globale Netzethik geben.

Abschließend plädiert die Brücker noch für etwas mehr Gelassenheit:

Schulhöfe, Boulevardmedien, ohne Zweifel auch Reden im Bundestag, die die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten, überleben wir alle im Alltag mühelos. Noch ist es zu großen Teilen das Leben abseits des Netzes, das uns ein Verständnis für den respektvollen Umgang miteinander vermittelt. Mit diesem Wissen betreten wir die digitale Welt.

In die selbe Richtung geht dann auch die eigentliche Diskussion (Zwei Beiträge im taz Hausblog dazu), allerdings werden auch Unterschiede, wie etwa die – vermeintliche – Anonymität oder die „Schnelligkeit und Massivität mit der Themen an die Diskussionsoberfläche schwappen können“ genannt. Dies würde auch andere an die Strukturen des Internet angepasste Reaktionen erfordern.

Trolle“ und „Shitstorms“ (hier der Vortrag von Sascha Lobo der diesen Begriff geprägt/verbreitet hat) werden übrigens nicht nur negativ gesehen. „Trolle“ können Diskussionen beleben und neue Impulse bringen. Seeliger spricht vom „goldenen Shitstorm“. Ein Shitstorm, der durch seine geballte Kraft Positives bewirken kann.

Im Vortrag gab es dann auch praktische ethische Ratschläge. Die zwei Klassiker: „Dont feed the trolls!“ und Innehalten vor dem Verfassen eines Postings.

Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: