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Bibliotheksethik im BuB

17. April 2011

Am Samstag lag das BuB im Briefkasten, diesen Monat gibt es einen Schwerpunkt Bibliotheksethik mit einigen interessanten Artikeln dazu:

Cover BuB 4/2011

Cover BuB 4/2011

Hermann Rösch. „Unnötiger Ballast oder wichtiges Orientierungsinstrument? – Bibliothekarische Berufsethik in der Diskussion“

Einerseits ist das ein interessanter Grundsatzartikel, der sich mit Historie, Funktion und Inhalten bibliothekarischer Berufsethiken beschäftigt, andererseits wird Rösch auch erfrischend konkret, wenn es darum geht die Verankerung eines entsprechenden „code of ethics“ in Deutschland zu verbessern.

Beispielsweise schlägt er Diskussionsplattformen vor oder feste Rubriken in Fachzeitschriften vor um das Thema präsent zu halten. Aus regelmässigen Sessions auf dem Bibliothekartag könnten auch eigenständige Konferenzen entstehen.
Fallbeispiele (ähnlich den CILIP Fallstudien) könnten gesammelt und online oder als Publikation zur Verfügung gestellt werden. Das Engagement könnte auch zur Lobbyarbeit genutzt werden:

Das öffentliche Ansehen des Berufsstandes würde sicher steigen, wenn es Bibliothekarinnen und Bibliothekaren gelänge, als prinzipielle Gegner von Zensur, als Verteidiger informationeller Grundrechte und so weiter wahrgenommen zu werden.

„Die bibliothekarische Neutralität ist kein Symbol für Nicht-Handeln“

Laura Held interviewt Jorge Candás Romero, der vielleicht noch von seinem Vortrag auf dem letzten Bibliothekartag bekannt sein dürfte (Professional Ethics and Libraries: a brief overview of Current Issues in Spain). Interessant ist seine These von der „aktiven Neutralität“, nach der Bibliotheken aktiv darauf achten sollen, dass in einer Bibliothek alle Ansichten gleichermaßen vertreten sind.

Aber die Bibliothek sollte ein Spiegel der Gesellschaft sein, und wenn es in einer Gesellschaft verschiedene Meinungen gibt, sollten sie alle in der Bibliothek vertreten sein.

Dies ist eine nette Überleitung zu:

Janina Bader, Elvira Bauer, Helga Mutter: „Das Umfeld nimmt Einfluss auf den Bestandsaufbau – Umgang mit kritisch diskutierten Werken in Öffentlichen Büchereien“

Die Autorinnen haben über Forumoeb eine Umfrage zum Umgang von KollegInnen mit „kritisch diskutierten Werken“ durchgeführt. Bei 42 % der Befragten gab es immerhin Versuche der Einwirkung auf die Bestandsauswahl, darunter fallen aber auch Anschaffungsvorschläge von NutzerInnen und die wollen wir ja haben. Darüber hinaus gibt es aber auch massivere Mittel, wie Interessengruppen die Medienpakete schicken oder Kündigungsdrohungen durch Bürgermeister…

Frauke Mahrt-Thomsen: „Verantwortung übernehmen! – Bestseller-Service und bibliothekarische Ethik“

ist ein kritischer Kommentar zu dieser Dienstleistung, die in immer mehr ÖBs angeboten wird.

Die berufliche Ethik gebietet, dass Bibliothekarinnen und Bibliothekare die Verantwortung für den Bestandsaufbau ihrer Bibliothek nicht zunehmend per Standing Order der ekz und an den vollautomatischen Kassen des Buchhandels abgeben.

Peter Mayr: „Ethik von unten“

Ein kleiner Artikel zu diesem Blog. Ich werde den Volltext in E-LIS reinstellen und dann hier nochmals darauf hinweisen.

Darüber hinaus gibt es noch einen Hinweis auf die Session „Berufsethik: Randerscheinung oder Grundlage bibliothekarischer Praxis?“ auf dem Bibliothekartag und die „Ethischen Grundsätze der Bibliotheks- und Informationsberufe“ zum Ausschneiden und an die Wand hängen..

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